Freiheit für die Füße!

Es lohnt sich, auch mal barfuß zu gehen

Als ich ein Kind war, gab es diesen Spruch: „In den Monaten mit einem R, sollst du nicht barfuß gehen!“ Besonders bei uns in der Salzburger Bergwelt ist es halt einfach noch zu kalt oder wird es bald wieder zu frisch, um dieses Vergnügen lange auszuüben. Aber wenn schon mal der Juni ins Land zieht, dann ziehe ich Schuhe und Socken aus! Herrlich, dieses Gefühl, das Gras und das Wasser auf den Sohlen zu spüren!

Schuhe aus und barfuß – ein herrliches Gefühl (Foto: pixabay)

Tautreten am Morgen

Eins vorweg: Schuhe schützen uns vor Nässe, Kälte oder Hitze. Auf Bergwanderungen haben auch solide Wanderstiefel mit höherem Schaft seinen Grund, um uns vor Verletzungen zu schützen. Und auf manche meiner Schuh-Schätze würde ich nie verzichten 🙂 Aber eigentlich ist die warme Jahreszeit auch dazu da, nicht nur den dicken Pulli auszuziehen, sondern auch einmal die Socken.

Von einer Bekannten habe ich erfahren, dass sie jeden Tag das Tau-Treten durchführt. Sie schwört darauf, dass sie damit ihr Immunsystem stärken kann, hat anscheinend auch schon Kräuterpfarrer Kneipp so empfohlen.

Tautreten am Morgen (Foto: pixabay)

Wie wird es gemacht?

  • Nach dem Sonnenaufgang liegt noch Tau auf den sommerlichen Wiesen.
  • Jetzt heißt es: hinaus, Socken ausziehen und zwei, drei Minuten über das taunasse Gras gehen.
  • Ganz wichtig: Die Füße sollten dabei warm sein, denn durch das Gras werden sie heruntergekühlt.
  • Nach dem Tautreten gleich OHNE abtrocken in Socken schlüpfen und noch ein bisschen weitergehen.
  • Ich habe es ausprobiert, es kribbelt so herrlich in den Beinen und macht wunderbar munter.

Kneippen am Höhenweg

Weil wir schon aktiv sind – bei meinem morgendlichen Spaziergang auf dem Höhenweg zwischen Lungötz und Annaberg komme ich immer an der Kneippanlage vorbei. Wie gesagt, vorbei. Nur an wirklich sehr warmen Sommertagen traue ich mich in das sehr frische Wasserbecken. Dabei sind die Füße vom Gehen warm, also steht dem „Wassertreten“ nur mehr die Überwindung im Wege. Puh, das Wasser ist wirklich kalt, kein Wunder, es fließt ja köstlich frisch direkt aus einer unterirdischen Quelle in das Kneippbecken. Immer einen Fuß ganz aus dem Wasser nehmen, so kühlt er nicht komplett aus, dann eintauchen und den anderen Fuß herausnehmen. So geht es langsam Schritt für Schritt durch das ganze Becken. Die abgerundeten Steine am Beckenboden machen das Gehen auch nicht leichter, aber bei jedem Mal wird es problemloser, die Strecke zu bewältigen. Erfrischt kann ich den Weg weiterwandern. Das Kneippen soll auch einen weiteren schönen Nebeneffekt haben: die Durchblutung wird angeregt und wärmen Füße sowie Beine.

Kneippen am Höhenweg (C) TVB Annaberg-Lungötz

Barfuß wandern

Der Höhenweg führt durch kleine Wäldchen und über Weiden. Ich habe mir angewöhnt, ein kurzes Stück davon immer barfuß zu bewältigen (Natürlich nur, wenn niemand zuschaut). Der Untergrund ist stabil, aber die kleinen Steinchen sind nicht zu unterschätzen. Da bin ich dann froh, wenn ich das weiche Gras unter den Füßen spüre. Aber grundsätzlich ist es ein achtsames Gehen, ein In-sich-hinein-Spüren, das mir wirklich guttut.

Zehenübungen

Das war mir bis jetzt auch noch nicht bewusst: Die große Zehe trägt beim Abrollen des Fußes das gesamte Körpergewicht – was für eine Leistung! Zeit, sich mit ihr etwas auseinander zu setzen. Schließlich stabilisiert sie den ganzen Körper und hat sich etwas Aufmerksamkeit durchaus verdient. Leichter gesagt, als getan: Schafft Ihr es, die große Zeh anzuheben, ohne die anderen Zehen dabei zu bewegen? Also, bei mir braucht es dazu echt Konzentration und Übung.

Noch ein paar HardFacts über Füße erwünscht?

  • Gut 150 Millionen Schritte tragen uns unsere Füße durch ein ganzes Leben. Das wäre, als ob man dreimal rund um den Erdball geht.
  • Mehr als nur kitzelig sein: Auf unseren Fußsohlen liegen mehr Sinneszellen als im Gesicht. So werden Infos zu Wärme, Hitze, spitze Steinen, weiches Gras und blitzschnell via unzähligen Nervenenden direkt ans Gehirn weitergeleitet.
  • Damit wir stabil und sicher unterwegs sind, sorgen an einem Fuß sieben Fußwurzelknochen, fünf Mittelfußknochen und 14 Zehenknochen, die durch 33 Gelenke und 107 Bänder verbunden sind.
  • Übrigens: In der Fußreflexzonenlehre geht man davon aus, dass einzelne Stellen am Fuß ein Organ widerspiegelt. So werden hier bestimmte Punkte durch Massagen bearbeitet, die dann spezielle Beschwerden lindern.

Die Füße tragen uns durchs Leben (Foto: pixabay)

Habt Ihr barfuß gehen in der Natur auch schon probiert? Wenn ja, was sind Eure Erfahrungen damit? Oder konnt Ihr Euch das so gar nicht vorstellen? Teilt Eure Erfahrungen mit uns, wir freuen uns auch über Eure Tipps.

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